Führen und führen lassen – 5 Charakterzüge von guten Leadern

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Weisst Du, welche Charakterzüge Du brauchst, um ein guter Leader zu sein und welche Dich als eigennützigen Manager entlarven?

Leadership ist seit Jahren in aller Munde und dazu kursieren auch ganz viele verschiedene Meinungen und Philosophien wie gutes Leadership aussehen sollte. Bei genauerer Betrachtung ist es interessant zu sehen, dass die Meinungen von Angestellten und jene von Führungspersonen, in Bezug darauf, was gutes Leadership ist, teilweise meilenweit auseinanderdriften.

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Grundlegend kennen wir alle gutes Leadership, vor allem aus Erzählungen von früher. Damals nannte man es einfach anders. Früher wurden diese Personen ganz einfach «Patron» genannt. Die Definition von einem guten Patron war: Er ist Inhaber oder beteiligt an einem Unternehmen und er kümmert sich gut um das gesamte sozioökonomische Umfeld des Unternehmens. Dies beinhaltete nicht nur Angestellte, sondern auch Partner und Lieferanten.

Manager oder Patron – wer ist der bessere Leader?

Hier sind wir schon beim Unterschied zwischen einem Patron und einem Manager. Letzterer kann einfach kündigen und gehen. Ein Patron ist stark mit dem Unternehmen verwurzelt. Wenn er mit jemandem schlecht umgeht, erfahren das alle anderen mit ihm verknüpften Parteien auch. Einmal ist wie immer keinmal. Doch wenn das immer wieder passiert, wird es für den Patron schwieriger, Geschäfte zu machen, Angestellte zu finden und seine Ziele zu erreichen.

Genau diese Verwurzelung hat sei jeher eine natürliche Regulierung ergeben. Das wiederum hat zu einem gesünderen Umgang untereinander geführt. Ein Manager hat diese Verwurzelung nicht. Weder in der Firma, weil er – wenn überhaupt – Aktien hat, noch in der Umgebung, noch bei den Partnern oder Lieferanten.

Dies wirkt sich in vielen Fällen auch auf den Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen aus. Ein Manager kann, wenn er Erde verbrannt hat, einfach gehen. Von Gesetzes wegen muss er ein wohlwollendes Arbeitszeugnis erhalten. Ergo kann er an einem neuen Ort wieder ungeniert Erde verbrennen und der Kreislauf wiederholt sich…

Der moderne Patron in 5 Charakterzügen

Was also muss ein guter Leader mit sich bringen, damit er als solcher wahrgenommen wird?

1. Er will sich kümmern

Wie früher der Patron kümmert sich heute ein guter Leader um das Geschehen um sich herum. Damit eine langfristige Beziehung erfolgreich existieren kann, benötigt es immer zwei. Der Leader schaut seinerseits, dass er nicht immer den letzten Cent herausquetschen will, damit der Lieferant gut leben kann. Der Leader kümmert sich um die Anliegen der Angestellten. Das heisst jedoch nicht, dass der Angestellte jeden seiner Wünsche erfüllt bekommt (das wird von Angestellten gerne missverstanden), sondern dass der Angestellte z.B. in einer persönlichen schwierigen Situation Unterstützung erhält.

2. Er ist berechenbar

Dieser Punkt wird meist irgendwo in den Erklärungen unterschlagen. Dabei ist dies einer der wichtigsten Charakterzüge einer guten Führungsperson. Der Chef muss berechenbar sein (und keinesfalls launisch). Was bringt ein vermeintlich guter Leader, wenn der Mitarbeiter immer, wenn er etwas vom Chef wissen will, genau abschätzen muss, ob er etwas fragen darf oder es besser sein lassen soll, weil dieser gerade schlecht gelaunt ist. Ein guter Leader muss zu hundert Prozent berechenbar sein, sodass seine Angestellten abschätzen können, wie er bei einer Frage bzw. Bitte reagiert . Das gilt für Verkäufer gegenüber Kunden genauso.

3. Klare Kommunikation

Ein guter Leader kommuniziert klar, unmissverständlich und ohne Interpretationsspielraum. Wenn ein Angestellter zu seinem Chef geht und mit einer unklar beantworteten Frage danach nicht weiss, wie er weitermachen soll, dann nützt der Chef nichts. Ein Leader kommuniziert seine Erwartungen klar. Genauso wie seine Anweisungen.

4. Er erzieht und dressiert nicht

Es gibt in der Führung zwei Arten, mit Mitarbeitenden umzugehen: Erziehung oder Dressur. Was auf den ersten Blick harsch klingt, bringt es leider sehr genau auf den Punkt.  Führungspersönlichkeiten, die Angst haben, dass ihre Angestellten besser werden als sie selber und sie entsprechend überflüssig werden könnten, sind sehr stark damit beschäftigt, sich unersetzbar zu machen. Das heisst, sie „dressieren“ ihre Angestellten dahingehend, dass alles von ihnen abgesegnet werden muss und keine Entscheidungen ohne sie getroffen werden dürfen. Leader, welche im Unternehmen gut verankert sind, müssen diese Angst nicht haben. Entsprechend können sie ihre Angestellten dahingehend erziehen, dass diese selbstständig und mit genügend Eigenverantwortung Entscheidungen treffen. Dies erleichtert dem Leader das Arbeitsleben und motiviert Mitarbeiter, weil sie aktiv an den Entscheidungen teilhaben können.

5. Er gibt Verantwortung ab

Dieser Punkt ist eine Erweiterung des vierten Punktes. Ein guter Leader erkennt, wem er Verantwortung abgeben kann und soll. Wenn er es erkannt hat, ignoriert er diese Erkenntnis nicht, sondern fördert so seine Mitarbeitenden, indem sie Verantwortung tragen dürfen und dadurch motivierter sind.

Nun habe ich fünf Punkte aufgelistet, was ein guter Leader ist und sein sollte. Ich erlaube mir, auch einen Punkt zu nennen, was ein guter Leader nicht ist und auch nicht sein soll: Er ist kein Tausendsassa, der alles besser kann als seine Mitarbeiter. Immer wieder wird kommuniziert, dass ein guter Leader alles vorleben soll. Das ist falsch. Die meisten oben genannten Punkte können nicht eingehalten werden, wenn der Leader alles besser können muss als seine Mitarbeitenden.

Jeder hat seine Verantwortung und der gute Leader ist eben der, der dies anerkennt und sich nicht in den Vordergrund drängen muss, um sein Ego zu befriedigen.

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Über den Autor

Zarko Jerkic

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